Impressum
|
Datenschutzerklärung
|
Kontakt
|
Presse
|
Anfahrt
leer

23.05.2014 | Dr. Peter Graf von Wedel ist gestorben

Ein Nachruf von Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff

Am vergangenen Mittwoch, den 21. Mai ist mein Onkel, Dr. Peter Graf von Wedel im Alter von 88 Jahren gestorben. In der UGOS und in Bad Driburg war er ungeheuer beliebt und als „Graf Wedel“ eine Institution.

Graf Wedel war von 1978 bis 1991 Generalbevollmächtigter und Kurdirektor des Privat-Heilbades Bad Driburg, wie wir damals noch hießen, und hat in der Zeit sehr viel bewirkt: Die deutsche Bäderwirtschaft, das Kurwesen und damit auch Bad Driburg standen seit Ende der 1970er Jahre unter ständigem Druck gesundheitspolitsicher Sparmaßnahmen. An den damals neu entwickelten Konzepten – vor allen Dingen in Bezug auf die Kliniken – war Graf Wedel ganz maßgeblich beteiligt. Ihm ist es auf jeden Fall zu einem erheblichen Teil zu verdanken, dass wir damals und damit bis heute mit dem Gräflichen Park und den Gräflichen Kliniken erfolgreich am Markt sind.

Dass Graf Wedel mit so differenzierter Expertise und Innovationsgeist für die UGOS wirken konnte, geht auch auf seine Laufbahn vor Bad Driburg zurück: Nach seiner Ausbildung zum Diplom-Kaufmann und dem Jura-Studium, das er mit Promotion zum Dr. jur. abschloss, war er Abteilungsleiter und Ministerialdirigent im hessischen Wirtschaftministerium Wiesbaden (1968 – 1974). Anschließend ist er Geschäftsführer der Messe- und Ausstellungsgesellschaft Frankfurt sowie Beiratsmitglied der Deutschen Zentrale für Tourismus (beides von 1974 – 1979) gewesen.

Dank dieses Erfahrungsschatzes, seines scharfen Verstandes (und manchmal auch scharfer Zunge) und seines Witzes war er nicht nur gefragter Ratgeber, sondern auch bis zu seinem Tod gefragter Gesprächspartner. In der UGOS hat er viel zu einer mitarbeiter- und kundenorientierten Lebenskultur beigetragen; die Förderung junger Mitarbeiter und das Gewähren großer Freiräume für deren Entwicklung waren ihm wichtig und haben ihn zu einem beliebten Chef gemacht.

An der Weiterentwicklung der Stadt Bad Driburg war er ebenfalls sehr interessiert. Er machte die Stadtverwaltung regelmäßig auf Missstände und „Scheußlichkeiten“, wie er es nannte, nicht nur aufmerksam, sondern regte auch Verbesserungsvorschläge an. An der Gründung des Glasmuseums war Graf Wedel maßgeblich beteiligt und stand auch dessen Förderverein von 1999 bis 2006 vor.

Als Familie verlieren wir nicht nur den Cousin meiner Mutter Gräfin Ramona, sondern einen humorvollen, charmanten, sehr gebildeten (besonders historische Daten und Zusammenhänge wusste er allesamt) und witzigen Genussmenschen. Er weckte bei unseren Kindern das Interesse an Geschichte, vor allem am Zweiten Weltkrieg, in dem er mit 16 Jahren als Flakhelfer diente.

 

Wir werden ihn sehr vermissen.

Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff