Schonende Energiegewinnung

150 Einfamilienhäuser könnten allein mit der Leistung der fünf Gas-Brennwertkessel in der Energiezentrale des Gräflichen Parks, die seit Anfang des Jahres 2011 in Betrieb ist, beheizt werden. Darüber hinaus sorgen zwei Blockheizkraftwerke (BHKW), drei Schnelldampferzeuger und ein Niedertemperatur-Öl/Gas-Heizkessel dafür, dass bei der Versorgung des gesamten Gräflichen Parks und der Marcus Klinik seit Anfang des Jahres 2011 ein Drittel an Energie eingespart wird. Das gleiche Einsparpotenzial hat die Heizanlage der Caspar Heinrich Klinik. Im Ergebnis versorgt sich der Gräfliche Park durch die Anlage erstmals mit eigenem Strom und ist nicht mehr auf den Zukauf großer Mengen Fremdstrom angewiesen. Ziel ist es, sich energetisch nach und nach unabhängig zu machen und somit auch auf atomar erzeugten Strom zu verzichten. Der selbsterzeugte Strom stammt nämlich aus Erdgas – ein großer Vorteil, gerade in Anbetracht der dramatischen Ereignisse in Japan nach dem Erdbeben im März 2011. Erdgas ist aufgrund seiner Eigenschaften – wenig CO²-Entstehung bei der Umwandlung in Energie und im Vergleich zu Erdöl noch in großen Mengen vorhanden – der zurzeit beste fossile Energieträger.

Ein weiterer Vorteil des BHKW: Während ein Atomkraftwerk nur 30 bis 40 Prozent seiner Wirkung entfalten kann, ist das UGOS-eigene BHKW bei voller Brennwertnutzung in Verbindung mit der Kraftwärmekopplung zu 99,4 Prozent effektiv. Mindestens genauso eindrucksvoll ist der Effekt auf den Ausstoß der Treibhausgases CO²: Insgesamt 3.889 Tonnen bzw. 46,7 Prozent des klimaschädigenden Stoffes werden mit der neuen Einrichtung für den Gräflichen Park und die Marcus Klinik eingespart. Für zusätzliche 524 Tonnen bzw. 28 Prozent weniger CO² pro Jahr sorgt die Anlage in der Caspar Heinrich Klinik. Nicht zu vergessen: Auch die Moritz Klinik im thüringischen Bad Klosterlausnitz hat seit 2011 ein eigenes Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen und vervollständigt damit das nachhaltige Portfolio der Unternehmensgruppe in Sachen Energie.

„Unser Ziel ist es grundsätzlich immer, nachhaltige Werte zu erzeugen“, erklärt Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff die Strategie der Unternehmensgruppe Graf von Oeynhausen-Sierstorpff auf einem Rundgang durch die mit modernster Technik ausgestattete Energiezentrale im Betriebshof des Gräflichen Parks. „Das Besondere an uns ist, dass wir ein Familienunternehmen in der siebten Generation sind. Solange am Markt zu sein, ist nur zu schaffen, wenn man nachhaltig denkt und das Unternehmen permanent weiterentwickelt. Die Dinge, die wir tun, dürfen nicht auf den nächsten Quartalsbericht ausgelegt sein, sondern müssen auch den kommenden Generationen noch Freude bereiten.“

Insgesamt hat das Unternehmen über drei Millionen Euro in die Implementierung der Anlagen investiert. Vor der Inbetriebnahme des Systems, dass zusammen mit der Firma NGT, einem Tochterunternehmen des Berliner Energieversorger GASAG, konzipiert und installiert wurde, hatten sich interne sowie externe Spezialisten viele Gedanken über das Thema „Energieeinsparung“ gemacht. In Bezug auf denkmalgeschütze Gebäude wie im Gräflichen Park ist das nämlich eine weitaus größere Herausforderung, als bei Neubauten. Aufgrund der Einfachverglasung und diverser weiterer Vorschriften in denkmalgeschützten Gebäuden ist es hier nicht immer möglich, einen hohen Effizienzgrad zu erreichen. Deshalb lautet die Strategie hier, Energie möglichst ressourcenschonend zu erzeugen.

Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit ist generell ein wichtiges Thema für die Gräfliche Familie. Seit Gründung des Gräflichen Parks im Jahr 1782 durch Caspar Heinrich von Sierstorpff werden die Naturheilmittel Wasser und Moor zur Heilung und Entspannung eingesetzt. Die Quellen werden nie so weit ausgeschöpft, dass sie versiegen könnten. Das Moor wird nach Gebrauch in den eigenen Teichen zur Regeneration gelagert. „Nicht die größtmögliche Rendite, sondern unsere Nachkommen und die zukünftigen Kunden-Generationen sind die Leitidee unseres unternehmerischen Handelns“, so Graf Oeynhausen.

Die Begeisterung für moderne Technik und den nachhaltigen Gedanken, der dahinter steckt, soll künftig auch auf Gäste des Gräflichen Parks überspringen können: Auf einem „Gang hinter die Kulissen“ werden Besucher die Möglichkeit haben, die Hotelküche, die eigene Wäscherei, den Bereich der Mooraufbereitung und die Energiezentrale zu sehen und zu verstehen.